Winterreifen Geschwindigkeitsindex
Winterreifen müssen nicht nur die richtige Größe haben, sondern auch zur zulässigen Höchstgeschwindigkeit Ihres Fahrzeugs passen. Unter bestimmten Voraussetzungen darf ihr Geschwindigkeitsindex niedriger sein als die bauartbedingte Höchstgeschwindigkeit des Fahrzeugs, dann ist ein entsprechender Hinweis im Sichtfeld des Fahrers erforderlich.
Inhaltsverzeichnis
Bild © 2023 Zigmunds Dizgalvis/Shutterstock
Geschwindigkeitsindex bei Winterreifen: Was ist zu beachten?
Der Geschwindigkeitsindex gibt an, bis zu welcher Höchstgeschwindigkeit ein Reifen konstruktiv freigegeben ist. Er steht als Buchstabe am Ende der Reifenbezeichnung und ist sicherheitsrelevant, weil der Reifen nur bis zu diesem Wert bei korrektem Luftdruck dauerhaft belastbar ist.
Es dürfen auch Winterreifen verwendet werden, deren Geschwindigkeitsindex unter der in den Fahrzeugpapieren genannten Höchstgeschwindigkeit liegt, sofern die tatsächlich gefahrene Geschwindigkeit auf den zulässigen Wert des Reifens begrenzt wird und ein entsprechender Geschwindigkeitsaufkleber im Sichtfeld des Fahrers angebracht ist; außerdem darf mindestens der Index Q nicht unterschritten werden.
Wann ist der Hinweis im Sichtfeld nötig?
Ein Hinweis im Sichtfeld ist immer dann sinnvoll und nach der in Österreich üblichen Regelung erforderlich, wenn der montierte Winterreifen weniger Geschwindigkeit abdeckt als das Fahrzeug technisch erreichen könnte. Der Aufkleber erinnert daran, dass nicht die Fahrzeugleistung, sondern die Freigabe des Reifens die zulässige Obergrenze bestimmt.
Winterreifen mit falschem Geschwindigkeitsindex: Welche Folgen drohen?
Ein zu niedriger Geschwindigkeitsindex ist kein bloß formaler Fehler. Wird der Reifen über seine Freigabe hinaus gefahren, steigt die thermische und mechanische Belastung deutlich an; im Extremfall drohen Reifenschäden, instabiles Fahrverhalten und ein erhöhtes Unfallrisiko. Hinzu kommen rechtliche Folgen. Ist die Bereifung nicht vorschriftsmäßig oder nicht an die winterlichen Verhältnisse angepasst, können Bußgelder, versicherungsrechtliche Nachteile und Schwierigkeiten bei der Haftungsbewertung nach einem Unfall entstehen.
Praktische Beispiele
- Fahrzeug 230 km/h, Winterreifen H = 210 km/h - Dieses Beispiel ist grundsätzlich zulässig, wenn es sich um zulässige Winterreifen handelt, Sie die Geschwindigkeit des Reifens nicht überschreiten und ein entsprechender Aufkleber im Sichtfeld des Fahrers angebracht ist. Ohne diese Begrenzung wäre die Bereifung für das Fahrzeug in dieser Konstellation nicht korrekt genutzt.
- Fahrzeug 230 km/h, Winterreifen T = 190 km/h - Auch das kann im Grundsatz zulässig sein, wenn alle sonstigen Anforderungen erfüllt sind. Praktisch ist diese Lösung aber nur dann sinnvoll, wenn Sie das Fahrzeug im Winter tatsächlich nie oberhalb von 190 km/h bewegen und die gewählte Reifenkombination für Ihr Fahrzeug freigegeben ist.
- Fahrzeug 230 km/h, Winterreifen H = 210 km/h, aber ohne Aufkleber im Sichtfeld des Fahrers - Das ist nicht zulässig. Zwar können Winterreifen mit niedrigerem Geschwindigkeitsindex unter bestimmten Voraussetzungen verwendet werden, jedoch nur dann, wenn ein gut sichtbarer Hinweis auf die zulässige Höchstgeschwindigkeit der Reifen im Blickfeld des Fahrers angebracht ist. Fehlt dieser Aufkleber, sind die rechtlichen Anforderungen nicht erfüllt.
- Fahrzeug 230 km/h, Winterreifen T = 190 km/h, Fahrzeug wird aber schneller als 190 km/h gefahren - Auch das ist nicht in Ordnung. Selbst wenn die Reifen grundsätzlich montiert werden dürften, darf die durch den Geschwindigkeitsindex vorgegebene Höchstgeschwindigkeit keinesfalls überschritten werden. Wer mit solchen Reifen schneller fährt, nutzt sie außerhalb ihrer Zulassung und gefährdet zudem die Fahrsicherheit.
Häufige Fehler und Missverständnisse
- „Im Winter reicht jeder Winterreifen in passender Größe“ - Nein. Neben der Dimension müssen Tragfähigkeit, Geschwindigkeitsindex und die Zulässigkeit für das konkrete Fahrzeug stimmen.
- „Der Geschwindigkeitsindex ist unwichtig, wenn ich sowieso langsam fahre“ - Auch das ist falsch. Entscheidend ist nicht Ihre übliche Fahrweise, sondern die rechtlich und technisch zulässige Verwendung des Reifens.
- „Nur die Reifengröße muss stimmen“ - Die Größe allein genügt nie. Lastindex, Geschwindigkeitsindex, Winterkennzeichnung und Fahrzeugfreigabe sind ebenso wichtig.
- „Winterreifen mit niedrigerem Index sind immer erlaubt“ - Nein. In Österreich gilt das nur unter klaren Voraussetzungen und mit Beachtung der niedrigeren Höchstgeschwindigkeit des Reifens.
Wo finde ich den Geschwindigkeitsindex?
Den Geschwindigkeitsindex finden Sie direkt auf der Reifenflanke. Er steht als letzter Buchstabe der Größenbezeichnung, etwa bei 205/55 R16 91 H, wobei H den Geschwindigkeitsindex bezeichnet.
Zusätzlich empfiehlt es sich, einen Blick in die Fahrzeugpapiere sowie – falls vorhanden – in die CoC-Papiere (EG-Übereinstimmungsbescheinigung) zu werfen. In diesen Unterlagen ist genau aufgeführt, welche Reifendimensionen für Ihr Fahrzeug zugelassen sind. Darüber hinaus finden Sie dort auch wichtige Angaben zu den zulässigen Lastindizes und Geschwindigkeitskategorien. Diese Informationen sind entscheidend, damit die montierten Reifen den technischen Vorgaben Ihres Fahrzeugs entsprechen und eine sichere sowie vorschriftsmäßige Nutzung gewährleistet ist.
Tabelle: Welcher Buchstabe steht für welche Höchstgeschwindigkeit?
Die Zuordnung der Buchstaben zu den zulässigen Höchstgeschwindigkeiten ist standardisiert. Für Winterreifen im Pkw-Bereich sind insbesondere Q, T, H und V besonders relevant.
Bild © Jürgen Fälchle - stock.adobe.com
| Geschwindigkeitsindex | Zulässige Höchstgeschwindigkeit |
|---|---|
|
Q |
160 km/h |
|
R |
170 km/h |
|
S |
180 km/h |
|
T |
190 km/h |
|
H |
210 km/h |
|
V |
240 km/h |
|
W |
270 km/h |
|
Y |
300 km/h |
Unterschied zwischen Sommerreifen und Winterreifen
Sommerreifen orientieren sich in der Praxis enger an der maximalen Fahrzeuggeschwindigkeit, weil sie regulär ohne winterbedingte Ausnahme genutzt werden. Bei Winterreifen gibt es dagegen eine anerkannte Sonderkonstellation, in der ein niedrigerer Geschwindigkeitsindex zulässig sein kann, wenn die Winterregelung eingehalten wird. Der Hintergrund liegt im Einsatzzweck. Winterreifen sind auf niedrige Temperaturen, Schnee, Matsch und winterliche Haftungsverhältnisse ausgelegt; deshalb steht im Winter die sichere Traktion im Vordergrund, nicht das Ausschöpfen der Höchstgeschwindigkeit des Fahrzeugs.
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Ihre häufig gestellten Fragen:
Wie schnell darf ich mit Winterrädern fahren?
Sie dürfen mit Winterrädern nur so schnell fahren, wie es der Geschwindigkeitsindex des montierten Reifens erlaubt. Liegt dieser unter der bauartbedingten Höchstgeschwindigkeit Ihres Fahrzeugs, ist die niedrigere Reifenfreigabe maßgeblich.
Wo steht bei Winterreifen die Höchstgeschwindigkeit?
Die zulässige Höchstgeschwindigkeit ergibt sich aus dem Geschwindigkeitsindex auf der Reifenflanke. Er steht als letzter Buchstabe der Reifenbezeichnung, etwa bei 205/55 R16 91 H.
Haben Winterreifen eine Geschwindigkeitsbegrenzung?
Ja, auch Winterreifen haben eine technische Geschwindigkeitsbegrenzung, die durch ihren Speed-Index festgelegt wird. Diese Grenze gilt unabhängig davon, wie schnell Ihr Fahrzeug theoretisch fahren könnte.
Kann ich Winterreifen mit einem niedrigeren Geschwindigkeitsindex fahren?
Das ist vom Land und von den konkreten Vorschriften abhängig. In Deutschland, Österreich und unter Voraussetzungen auch in der Schweiz kann das zulässig sein, während Belgien hierbei deutlich strenger ist.
Was passiert, wenn man mit Winterreifen schneller fährt als erlaubt?
Dann wird der Reifen außerhalb seiner technischen Freigabe belastet, was das Risiko von Überhitzung, Instabilität und Reifenschäden erhöht. Kommt es dabei zu einem Unfall oder zu einer Kontrolle, können außerdem rechtliche und versicherungsbezogene Nachteile drohen.
Österreich