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Mischbereifung

Mischbereifung bedeutet, dass an einem Fahrzeug nicht rundum identische Reifen montiert sind – etwa in Bauart, Dimension, Profil oder sogar Saisonart. In diesem Ratgeber erfahren Sie, was genau als Mischbereifung gilt, wann Mischbereifung erlaubt ist (und wann nicht), welche Vor- und Nachteile daraus entstehen und warum besonders unterschiedliche Abrollumfänge ein technisches Risiko darstellen.

Inhaltsverzeichnis

Mischbereifung

Bild © Ingo Bartussek - stock.adobe.com

Was zählt als Mischbereifung?

Im Alltag wird „Mischbereifung“ oft als Sammelbegriff für jede Art von Reifen-Mix verwendet. Rechtlich wird der Begriff häufig enger gefasst (vor allem als Mix aus Radial- und Diagonalreifen), praktisch relevant sind aber mehrere Mischformen, die das Fahrverhalten und die Freigaben Ihres Fahrzeugs beeinflussen können. Als Mischbereifung zählen insbesondere diese Konstellationen:

  • Radialreifen + Diagonalreifen (Mischung unterschiedlicher Bauarten)
  • Verschiedene Größen und Breiten (z. B. andere Dimension vorne als hinten oder abweichende Querschnitte)
  • Reifen unterschiedlicher Hersteller oder Modellen (z. B. gleiche Größe, aber andere Marke/Profilgeneration)
  • Spezialreifen + Standardreifen (z. B. Runflat/Self-Supporting vs. Standardreifen, verstärkte „XL“-Reifen gemischt mit Nicht-XL)
  • Unterschiedliche Profiltiefen oder Strukturen des Profils an jeder Achse (z. B. vorne stark abgefahren, hinten neu; oder sehr unterschiedliche Profilgestaltung)

 

Welche Mischbereifung ist erlaubt?

Ob Mischbereifung erlaubt ist, hängt von der Art der Mischung ab. Ein Teil ist rechtlich untersagt (klassisch: Diagonal- und Radialreifen gemischt), vieles ist grundsätzlich zulässig, aber nur dann sinnvoll, wenn die Kombination zur Fahrzeugfreigabe passt und fahrdynamisch keine Risiken erzeugt.

Art der Mischbereifung Erlaubt?
Radialreifen + Diagonalreifen Nein
Verschiedene Größen/Breiten vorne und hinten Ja, wenn freigegeben/ausgewiesen (z. B. Herstellerfreigabe/Eintragung/CoC)
Unterschiedliche Hersteller/Modelle bei gleicher Dimension Ja (rechtlich i. d. R. zulässig, fahrdynamisch oft nicht ideal)
Spezialreifen (z. B. Runflat) + Standardreifen Ja, aber nur mit klarer Freigabe/Kompatibilität empfehlenswert
Unterschiedliche Profiltiefen/Profilstrukturen je Achse Ja, aber stark unterschiedliche Zustände erhöhen Risiken

Achtung: Dass eine Mischbereifung erlaubt ist, heißt nicht automatisch, dass sie unbedenklich ist. Je stärker sich zwei Reifen in Aufbau, Gummimischung und Profil unterscheiden, desto eher können Unterschiede bei Grip, Bremsweg, Aquaplaning-Verhalten und Stabilität auftreten – selbst wenn die Dimension formal identisch ist.

 

Vor- und Nachtteile der Mischbereifung

Mischbereifung entsteht oft aus pragmatischen Gründen (z. B. Ersatz nach Reifenpanne) – sie kann kurzfristig helfen, hat aber klare Grenzen.

Vorteile:

  • Schnelle Wiederherstellung der Mobilität, wenn ein exakt identischer Reifen kurzfristig nicht verfügbar ist
  • Kostenersparnis in Einzelfällen (z. B. nur zwei Reifen ersetzen statt vier)
  • Flexible Kombinationen bei werksseitig freigegebenen Setups (z. B. unterschiedliche Dimensionen vorne/hinten bei bestimmten Fahrzeugen)

Nachteile:

  • Ungleiches Grip-Niveau zwischen den Achsen (Unter- oder Übersteuern kann sich verstärken)
  • Uneinheitliches Brems- und Aquaplaning-Verhalten, besonders bei stark unterschiedlicher Profilgestaltung oder Profiltiefe
  • Mehr Stress für Assistenzsysteme (ABS/ESP/Traktionskontrolle reagieren auf Drehzahlunterschiede und wechselnde Reibwerte)
  • Technisches Risiko bei Allrad: Antriebskomponenten können unnötig belastet werden

Risiko: verschiedene Abrollumfänge

Der Abrollumfang ist die Strecke, die ein Reifen bei einer Radumdrehung unter Last effektiv zurücklegt. Er ergibt sich näherungsweise aus dem effektiven Reifendurchmesser – und der hängt nicht nur von der aufgedruckten Dimension ab, sondern auch von Profilhöhe (Abnutzung!), Bauart, Karkassensteifigkeit, Luftdruck und Last.

Warum ist das kritisch?

  • ABS/ESP/Traktionskontrolle vergleichen permanent Raddrehzahlen. Haben Reifen an Vorder- und Hinterachse (oder links/rechts) unterschiedliche Abrollumfänge, drehen die Räder bei gleicher Fahrzeuggeschwindigkeit unterschiedlich schnell; das System kann das fälschlich als Schlupf interpretieren und früher bzw. häufiger regeln (Bremseingriffe, Leistungsreduktion).
  • Tacho/Assistenzfunktionen arbeiten mit plausibilisierten Raddrehzahlsignalen. Bei größeren Unterschieden können die Assistenzsysteme weniger präzise regeln, besonders in Grenzsituationen (Nässe, Schnee, Vollbremsung).
  • Allradfahrzeuge sind besonders empfindlich: Wenn Vorder- und Hinterachse dauerhaft unterschiedliche Abrollumfänge haben, entstehen kontinuierliche Drehzahldifferenzen im Antriebsstrang. Je nach Allradsystem (Lamellenkupplung, Mittendifferenzial, elektronisch geregelte Kupplung) kann das zu Dauer-Schlupf, Erwärmung, erhöhtem Verschleiß und im Extremfall zu Schäden führen.

Praktisch heißt das für Sie: Schon eine deutlich unterschiedliche Profiltiefe zwischen zwei Reifen kann den effektiven Umfang messbar verändern; in Kombination mit anderen Profilkonstruktionen oder Reifentypen addieren sich diese Effekte. Deshalb ist es technisch sauber, Reifen achsweise möglichst gleich (Profil, Typ, Zustand) zu halten – und bei Allrad im Zweifel alle vier Reifen auf ein einheitliches Niveau zu bringen.

 

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Was zählt als Mischbereifung?

Als Mischbereifung gilt jede Kombination nicht identischer Reifen am Fahrzeug, etwa unterschiedliche Bauarten, Dimensionen, Hersteller/Modelle oder stark abweichende Profile. Rechtlich wird der Begriff häufig besonders auf den Mix aus Radial- und Diagonalreifen bezogen, der nicht zulässig ist.

Ist es zulässig, zwei verschiedene Reifen vorne und hinten zu haben?

Ja, das kann zulässig sein, wenn Dimension, Traglast- und Geschwindigkeitsindex sowie ggf. Herstellerfreigaben passen. Auch wenn Mischbereifung erlaubt ist, sollten Sie die Fahrdynamik (Grip-Niveau und Aquaplaning) achsweise möglichst einheitlich halten.

Kann man H und V Reifen mischen?

Zulässig ist nur, wenn der geforderte Geschwindigkeitsindex eingehalten wird, also kein Reifen unterhalb der zulässigen Höchstgeschwindigkeit des Fahrzeugs liegt. In der Praxis sollten Sie pro Achse einheitliche Spezifikationen fahren, damit das Fahrverhalten berechenbar bleibt.

Ist Mischbereifung mit Winterreifen zulässig?

Rechtlich ist ein Mix nicht pauschal verboten, allerdings kann er bei winterlichen Bedingungen schnell unvernünftig werden, weil die Achsen sehr unterschiedlich viel Grip aufbauen. Wenn winterliche Straßenverhältnisse vorliegen, müssen die eingesetzten Reifen die gesetzlichen Anforderungen erfüllen – sonst ist Mischbereifung erlaubt keine hilfreiche Aussage mehr, weil die Ausrüstung insgesamt nicht passt.

Welche Reifen müssen bei Mischbereifung gleich sein?

Mindestens achsweise sollten Reifen in Dimension, Bauart und idealerweise Profilart und Zustand zusammenpassen, damit die Radlast, Regelungssysteme und das Fahrverhalten stabil bleiben. Bei Allrad ist eine möglichst einheitliche Bereifung auf allen vier Rädern besonders wichtig, weil Unterschiede im Abrollumfang den Antriebsstrang belasten können.

Was muss man bei Mischbereifung beachten?

Prüfen Sie zuerst Freigaben/Eintragungen und stellen Sie sicher, dass Traglast- und Geschwindigkeitsindex zu Ihrem Fahrzeug passen. Achten Sie danach vor allem auf achsweise Gleichheit von Profilzustand und Reifentyp, weil große Unterschiede die Stabilität und Assistenzsysteme negativ beeinflussen können.

Welche Nachteile hat Mischbereifung?

Mischbereifung kann zu ungleichmäßigem Grip, längeren Bremswegen und schlechterer Beherrschbarkeit bei Nässe führen, insbesondere wenn Profile und Gummimischungen stark differieren. Zusätzlich können unterschiedliche Abrollumfänge Assistenzsysteme irritieren und bei Allrad den Antriebsstrang unnötig belasten.

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