Mit porösen Reifen zum Pickerl?
Mit porösen Reifen sollten Sie nicht zur wiederkehrenden Begutachtung nach § 57a KFG fahren. Reifen gehören zu den sicherheitsrelevanten Fahrzeugteilen und werden auf Zustand, Profiltiefe, Beschädigungen und sichtbare Mängel geprüft.
Ob poröse Reifen beanstandet werden, hängt natürlich vom Ausmaß der Schäden ab. Leichte, oberflächliche Alterungsspuren können anders bewertet werden als tiefe Risse, umlaufende Flankenrisse, Beulen oder sichtbare Strukturverletzungen. Sobald die Verkehrssicherheit beeinträchtigt sein kann, müssen Sie mit einem Mangel rechnen.
Warum sind poröse Reifen gefährlich?
Poröse Reifen sind gefährlich, weil sie ihre ursprünglichen Materialeigenschaften verlieren. Ein intakter Reifen muss flexibel genug sein, um Fahrbahnunebenheiten auszugleichen, Seitenkräfte aufzunehmen, Bremskräfte zu übertragen und bei unterschiedlichen Temperaturen zuverlässig zu haften. Wird das Gummi spröde, kann der Reifen weniger elastisch reagieren. Dadurch verschlechtert sich der Kontakt zur Fahrbahn. Besonders bei Nässe kann sich der Bremsweg verlängern, weil das verhärtete Material weniger Grip aufbaut. Auch in Kurven oder bei plötzlichen Ausweichbewegungen kann das Fahrzeug instabiler reagieren.
Zusätzlich können Risse mit der Zeit größer werden. Dringen Feuchtigkeit, Schmutz oder Sauerstoff tiefer in das Material ein, kann die Alterung weiter voranschreiten. Bei starker Belastung, hoher Geschwindigkeit, Hitze oder falschem Luftdruck steigt das Risiko, dass der Reifen weiter geschädigt wird. Besonders kritisch sind poröse Reifen bei langen Autobahnfahrten, voll beladenen Fahrzeugen, hohen Außentemperaturen oder Wohnmobilen und Anhängern mit längeren Standzeiten. In solchen Situationen wird der Reifen stark beansprucht. Wenn das Material bereits geschwächt ist, kann die Sicherheitsreserve deutlich geringer ausfallen.
Warum werden Reifen porös?
Reifen bestehen aus Gummimischungen, Gewebe, Stahlbestandteilen und verschiedenen Zusatzstoffen. Diese Materialien sind dauerhaft Belastungen ausgesetzt: Druck, Temperaturwechsel, UV-Strahlung, Sauerstoff, Ozon, Feuchtigkeit und mechanische Kräfte wirken über Jahre auf den Reifen ein. Porosität entsteht deshalb meist nicht durch einen einzigen Auslöser. Häufig kommen mehrere Faktoren zusammen, die das Gummi austrocknen, verhärten und altern lassen: