Bei Schnee mit Sommerreifen fahren?
Bei Eis oder Schnee mit Sommerreifen zu fahren ist verboten und strafbar. Sommerreifen bieten bei Schnee nicht nur unzureichenden Grip, sondern sind für diese Witterungsbedingungen schlichtweg nicht gemacht. Die Gummimischung von Sommerreifen verhärtet bei niedrigen Temperaturen – sie verlieren ihre Elastizität und damit auch ihre Bodenhaftung. Besonders bei Glätte, Schneeregen oder Frost wird das Fahrzeugverhalten unberechenbar:
- Der Bremsweg verlängert sich drastisch
- Lenkbewegungen greifen verspätet oder gar nicht
- Die Gefahr von Schleudern oder Unfällen steigt massiv
Bei Schnee mit Sommerreifen zu fahren, bedeutet also ein erhebliches Sicherheitsrisiko – für Sie und andere Verkehrsteilnehmende.
Bild © Kirill Gorlov - stock.adobe.com
Ihr Versicherungsschutz erlischt
Wer mit Sommerreifen bei Schnee einen Unfall verursacht, muss mit ernsthaften Konsequenzen für den Versicherungsschutz rechnen. Zwar greift die Kfz-Haftpflichtversicherung auch bei Sommerreifen bei Glätte oder Schnee, da sie gesetzlich vorgeschrieben ist – jedoch droht bei grober Fahrlässigkeit eine Regressforderung. Grobe Fahrlässigkeit liegt vor, wenn Sie bei eindeutig winterlichen Straßenverhältnissen mit nicht geeigneter Bereifung fahren.
Bei Teilkasko- und Vollkaskoversicherungen kann es noch kritischer werden: Viele Versicherer kürzen die Leistungen oder verweigern sie im schlimmsten Fall komplett, wenn Sommerreifen bei Kälte mitverantwortlich für einen Unfall waren. Besonders bei Personenschäden können so erhebliche Kosten auf Sie zukommen.
Es drohen weitere Strafen
Wer trotz Schnee und Glätte mit Sommerreifen fährt, muss nicht nur mit erhöhtem Unfallrisiko und eingeschränktem Versicherungsschutz rechnen – auch der Gesetzgeber sieht Sanktionen vor. Die folgende Übersicht zeigt Ihnen die möglichen Bußgelder, wenn Sie gegen die situative Winterreifenpflicht verstoßen. Diese hängt von den Straßenverhältnissen ab, insbesondere bei Schnee, Schneematsch, Glatteis, Reif- oder Eisglätte.
| Verstoß | Bußgeld | Punkte in Flensburg | Bemerkung |
|---|---|---|---|
|
Bei winterlichen Straßenverhältnissen mit Sommerreifen gefahren |
88,50 € |
1 |
Verstoß gegen situative Winterreifenpflicht |
|
...mit zusätzlicher Verkehrsbehinderung |
108,50 € |
1 |
Z. B. durch Liegenbleiben im Verkehr |
|
...mit Gefährdung anderer Verkehrsteilnehmer |
128,50 € |
1 |
Erhöhtes Risiko durch mangelnden Grip |
Ihre Sommerreifen nehmen Schaden
Sommerreifen nehmen bei Schneeregen, Frost oder Minusgraden langfristig Schaden. Die Gummimischung ist für höhere Temperaturen konzipiert. Bei niedrigen Temperaturen – insbesondere bei Minusgraden – wird der Reifen hart und spröde. Dadurch verlieren Sommerreifen ihre Flexibilität und neigen zu Rissbildungen. Auch die Profilblöcke können durch die gesteigerte Belastung beschädigt werden. Sommerreifen können bei Frost sogar brüchig werden und müssen dann ersetzt werden, selbst wenn das Profil noch ausreichend tief ist. Die Lebensdauer sinkt deutlich.
Was tun, wenn Sie mit Sommerreifen in Schnee geraten sind?
Wenn Sie unerwartet mit Sommerreifen in Schnee geraten sind, ist defensives und vorausschauendes Verhalten entscheidend.
- Halten Sie ausreichend Abstand zum Vordermann.
- Vermeiden Sie starkes Bremsen oder Beschleunigen.
- Auch ruckartige Lenkbewegungen sollten vermieden werden.
- Gehen Sie vor Kurven rechtzeitig vom Gas.
- Gerät das Fahrzeug beim Bremsen ins Rutschen, schalten Sie in den Leerlauf und nehmen den Fuß von der Bremse.
- Fahren Sie langsam und suchen Sie die nächste Möglichkeit zum sicheren Abstellen des Fahrzeugs oder zum Reifenwechsel auf.
So erkennen Sie Winterreifen
Winterreifen sind nur dann gesetzlich zugelassen, wenn sie das sogenannte Alpine-Symbol tragen – ein stilisierter Berg mit einer Schneeflocke in der Mitte. Dieses Symbol ersetzt das frühere, jetzt nicht mehr ausreichende M+S-Zeichen und ist auf der Reifenflanke eingeprägt. Es bestätigt, dass der Reifen den aktuellen Anforderungen für winterliche Straßenverhältnisse entspricht.
Die Unterschiede zwischen Sommer- und Winterreifen
Sommer- und Winterreifen unterscheiden sich vor allem durch ihre Gummimischung und ihr Profil:
- Winterreifen bestehen aus einer weicheren Gummimischung, die auch bei niedrigen Temperaturen flexibel bleibt und dadurch besseren Grip auf Schnee und Eis bietet. Ihre Lamellenstruktur sorgt für zusätzliche Traktion.
- Sommerreifen hingegen bieten optimale Fahreigenschaften bei warmen Temperaturen, insbesondere auf trockener oder nasser Straße, da sie eine härtere Gummimischung und weniger Profilrillen aufweisen.
Wenn Sie nicht zwischen Sommer- und Winterreifen wechseln möchten, können moderne Ganzjahresreifen eine praktische Lösung sein. Diese sind mit dem Alpine-Symbol versehen und erfüllen damit die gesetzlichen Anforderungen bei winterlichen Straßenverhältnissen. Sie bieten einen guten Kompromiss, wenn Sie vor allem in gemäßigten Regionen fahren – allerdings mit leichten Einbußen in Extremsituationen.
Das folgende Video zeigt einen direkten Vergleich von Winter- und Sommerreifen auf Schnee:
Der richtige Zeitpunkt für den Reifenwechsel
Die Faustregel lautet: „Von O bis O“ – also ungefähr von Oktober bis Ostern sollten Winterreifen genutzt werden. Entscheidend ist aber nicht das Datum, sondern die Witterung: Spätestens wenn die Temperaturen dauerhaft unter sieben Grad Celsius sinken oder mit Schnee und Glätte zu rechnen ist, sollten Sie wechseln. Nur so sind Sie sicher unterwegs – und rechtlich abgesichert.
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Ihre häufig gestellten Fragen:
Wie verhalten sich Sommerreifen auf Schnee?
Sommerreifen auf Schnee bieten kaum Haftung und verlängern den Bremsweg deutlich. Zudem reagiert das Fahrzeug verzögert auf Lenkbefehle und kann ins Schleudern geraten.
Sind Sommerreifen gut im Schnee?
Nein. Sommerreifen bei Schnee sind weder sicher noch empfehlenswert – sie sind für solche Bedingungen ungeeignet.
Kann man bei wenig Schnee mit Sommerreifen fahren?
Auch bei geringer Schneedecke besteht Rutschgefahr. Daher sollten Sommerreifen bei Schneeregen oder leichtem Schnee vermieden werden.
Kann man BMW Sommerreifen im Winter fahren?
Unabhängig von der Fahrzeugmarke gilt: Sommerreifen bei Glatteis oder Frost sind gefährlich und gesetzlich nicht zulässig. Auch bei BMW-Fahrzeugen sind geeignete Winterreifen Pflicht.
Zahlt die Versicherung bei einem Unfall im Schnee mit Sommerreifen?
In der Haftpflichtversicherung meist ja – jedoch kann bei grober Fahrlässigkeit Regress drohen. Teil- oder Vollkasko können Leistungen kürzen oder verweigern.
Kann man Sommerreifen im Winter draußen lassen?
Sommerreifen bei Kälte sollten nicht ungeschützt gelagert werden. Frost und Feuchtigkeit können das Material schädigen – eine trockene, kühle und UV-geschützte Lagerung ist empfehlenswert.
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